Der Berger des Pyrénées 

Der Berger des Pyrénées ist ein spezieller Hund!

Um es gleich vorweg zu nehmen:
Er ist kein Hund für Anfänger! Doch speziell  ist er nicht nur in Bezug auf sein Wesen. Auch in punkto Grösse, Farben  und Haarlänge bietet uns dieser Hund ein breites Spektrum. Er kommt in  verschiedenen Variationen vor: 

berger mouseau normal (wilde-kehrle.de)

- Es gibt den langhaarigen Pyrenäenschäferhund, den sogenanntan „museau normal" 

 

 

 

 

 

 

 

 

face rase


- Es gibt den glatthaarigen Pyrenäenschäferhund, offiziell wird er „face rase“ genannt
  (="rasiertes Gesicht")

 

 

 

 


Beide Arten sind äusserst intelligent und mit einem enormen Arbeitswillen ausgestattet.

Der face rase hat ein etwas ruhigeres Wesen und ist deshalb leichter zu führen als der eifrige museau normal.

Im Gegensatz zu den meisten anderen Hunderassen hat sich der Berger des Pyrénées über Jahrhunderte entwickelt: weniger von Menschen als viel mehr von der Gebirgslandschaft der Pyrenäen und vom ursprünglichen Verwendungszweck, nämlich dem weitgehend selbständigen Hüten von Herden.

Nicht  nur Schafherden, auch gemischte Herden, die aus Pferden, Ziegen,  Schweinen und Schafen bestehen, hütet der Berger des Pyrénées in seinem  Ursprungsland.  

mouseau normal

Um diese Arbeit im Hochgebirge zu bewältigen, braucht ein Hütehund ein hohes Mass an Intelligenz, Eigenwillen und Vorsicht, viel Mut und Energie.  Der Pyrenäen-Schäferhund trägt diese natürlichen Veranlagungen in sich.  Bei der Erziehung gilt es deshalb, diese Neigungen zu respektieren.

Der Berger des Pyrénées ist ein Hund, der bei einem Minimum an Größe und Gewicht ein Maximum an Energie  besitzt. Sein Gesicht hat einen einzigartigen listigen, aufgeweckten  und pfiffigen Ausdruck. Die dreieckige Form des Kopfes und die klugen,  neugierigen Augen unterstützen diesen sympathischen Eindruck.

Dass  unser Berger so "knuddelig" aussieht, verlockt Fremde oft dazu, sich  dem Hund spontan zu nähern, ihn sogar zu streicheln. Der typische Berger  aber verhält sich allem Fremden gegenüber relativ misstrauisch -  hier spielen natürlich auch Prägung und Erziehung eine wichtige Rolle.  Als Besitzer eines Bergers muss man jedoch damit leben, dass der Hund  fremden Annäherungsversuchen ausweicht. Man muss beim Berger auch nicht  erstaunt sein, wenn er zu intensive Sympathiebekundungen knurrend  ablehnt. 

mouseau normal

Die eigene Familie aber liebt er hingebungsvoll. Er ist ein zuverlässiger Wächter und ein geduldiger Kamerad für Kinder, die mit einem Hund umzugehen wissen.

So liebebedürftig er im Haus ist, so lebhaft, einsatzfreudig und unter-nehmungslustig ist er bei Spazier-gängen. Seinem Bewegungs drang  muss man täglich genügend Raum bieten. Er ist ein aus-dauernder Kamerad  neben dem Fahrrad, ein sportlicher Begleiter beim Jogging und ein  hervorragender Schwimmer. Im Gebirge fühlt er sich genauso wohl wie im  Flachland, und nach genügend Beschäftigung ist er sogar ein geduldiger  Begleiter in der Stadt. Wer sich zu wenig um seinen Berger kümmert, wird  bald einen Hund haben, der die überschüssige Energie zu "dummen"  Streichen nutzt, garantiert! Der Eigen-initiative des Bergers muss von  der ganzen Familie paroli geboten werden, damit er nicht aus lauter  Verantwortungsgefühl für seine "Herde" die Führung übernimmt. 

Die  Heimat dieser ursprünglichen Rasse sind die Almregionen der  französischen Pyrenäen, wo er noch heute die ihm anvertrauten Herden verantwortungsbewusst  hütet. Bei den staatlichen Hütewettbewerben in Frankreich nehmen die  Berger des Pyrénées oft die ersten Plätze ein. Er ist eben ein  workaholic…

Die verblüffende Intelligenz des Berger des Pyrénées ist mit sehr viel Liebe, aber auch mit viel Konsequenz zu steuern. Er ist selbstbewusst und lernfähig;  er möchte im Grunde seiner Bezugsperson alles recht machen, er wird  aber – wie bereits erwähnt - jede Nachgiebigkeit des Besitzers für sich  zu nutzen wissen. Hier gilt es, durch konsequente Erziehung die Weichen  richtig zu stellen und die Grenzen ab-zustecken! Wer sich für einen  Berger des Pyrénées entscheidet, sollte auf jeden Fall über Hunde und  deren Vorfahren gut informiert sein.

Die Pflege des Berger des Pyrénées ist allerdings nicht sehr aufwendig. Er ist ein robuster, keineswegs überzüchteter Hund, der kaum erkrankt und leicht ein Alter von dreizehn und mehr Jahren erreicht.

Aufgrund  seiner geringen Körpergröße (Rüden: ca. 40 bis 48 cm, Hündinnen: ca. 38  bis 46 cm) und seines Gewichts von 8 bis 16 kg benötigt er deutlich  weniger Futter, als es die Futtermittel-Hersteller wünschen, und  beansprucht wenig Platz in Wohnung und Auto. Dafür aber will er überall  dabei sein.

Der Berger ist absolut kein "Zwingerhund", denn er sucht  und braucht den intensiven Kontakt mit seiner Bezugsperson. Seine  Fellpflege differiert ein wenig nach Art der Textur, ist aber als  Oberflächenbehandlung mit einigen Bürsten-strichen pro Woche erledigt.  Zusätzlich sollte man auf kleine Verfilzungen hinter den Ohren und an  den Ellbogen achten, die man auskämmen muss. 

Topo 2012

Meine persönliche Meinung:

Als  Nachkomme des Wolfes an die strengen Regeln des Rudels ge-wöhnt, ist  dieser Hund sich und seinen Instinkten seit Jahrzehnten treu geblieben.  Die Anforderungen, die der Mensch allerdings inzwischen an ihn stellt,  sind häufig paradox. Er ist kein Schosshund, kein Accessoire und gehört  nur in erfahrene Hände. 

 

Juli 2002 / Petra Schmid